Donnerstag, August 2nd, 2012, 14:32

Keine Zeit 

Die Menschen nehmen sich keine Zeit mehr. Nicht für sich und nicht für andere Menschen.
Beziehungen drohen zu zerbrechen, weil die Menschen sich keine Zeit nehmen miteinander zu reden. Sie heiraten übereilt, weil sie sich keine Zeit nehmen sich kennenzulernen. Eltern reden nicht mit ihren Kindern, weil sie keine Zeit dafür haben. Freunde kümmern sich nicht mehr um Freunde, weil ihnen die Zeit fehlt.

Ich frage mich, was die Menschen mit ihrer Zeit machen. Denn es ist doch die Zeit mit einem anderen Menschen, die diesen für einen so wertvoll werden lässt. Die meisten Menschen sind in dieser Beziehung ziemlich undankbar und oberflächlich. Solchen Menschen schenke ich meine Zeit nicht mehr. Ich werde sie abschaffen. Und meine Zeit denen schenken, die sie zu schätzen wissen.

10 Comments

  1. 2. August 2012 @ 15:33
    Klaus:

    ja, irgendwie hast Du da durchaus recht geht mir genauso… werd mich mal an meiner eigenen Nase fassen und mal meine Zeitplanung überdenken…

  2. 2. August 2012 @ 15:49

    Das erinnert mich sehr an das hier.

    “Die Menschen haben keine Zeit mehr. Vor allem, weil sie so mit sich selbst beschäftigt sind. Sie haben keine Zeit mehr, mal anzurufen und zu fragen wie es denn geht. Weil sie keine Zeit haben ihrem Gegenüber zuzuhören. Sie haben auch keine Zeit von sich zu erzählen, was ja nichts macht, weil das Gegenüber ja keine Zeit hat zuzuhören. Stattdessen hauen sie auf facebook belanglose Satzfetzen an 120 Leute raus, was ihnen suggeriert, sie hätten ja viele Freunde und intensive Freundschaften. Falsch. Sie haben nämlich gar keine Zeit echte Freundschaften zu pflegen. Denn Zeit ist ein sehr kostbares Geschenk. Es ist die Zeit, die man in eine Sache oder Freundschaft investiert, die sie so wertvoll macht. Sich auf einen Kaffee treffen, mal anrufen und nachfragen wie es geht, sich die Zeit nehmen zuzuhören, sich Gedanken machen, eine persönliche Email statt facebook-Belanglosigkeiten raushauen…das ist Seltenheit geworden in dieser oberflächlichen Satzfetzen-Zeit. Alles was länger als zwei Sätze ist, wird eh nicht mehr gelesen oder beantwortet. Schade, dann habe ich diesen Eintrag gerade völlig umsonst geschrieben. Ich würde ja anrufen und ihnen die ganze Sache erzählen, aber stell dir vor…sie haben gar keine Zeit…”

    Leider sind auch die Menschen, welche das zu schätzen wissen, immer mehr in der Minderheit.

  3. 3. August 2012 @ 12:22
    Der mit dem Gnu im Schuh:

    Ich glaube nicht, dass Du wirklich ein Problem mit der Zeit hast. Zeit ist ziemlich gerecht. Bis auf ein paar Nanosekunden hat jeder hat genau gleich viel am Tag.

    P.S. Lieber Gott, bewahre mich vor dem Verlangen nach Liebe, Anerkennung oder Wertschätzung. Amen. (Byron Katie)

  4. 3. August 2012 @ 12:24
    Der mit dem Gnu im Schuh:

    Mist, das ist ein “hat” zuviel…

  5. 6. August 2012 @ 08:54

    Komisch, ne? Da wird alles immer vernetzter und dennoch hat man eher weniger Zeit für Soziales. Obwohl doch die Tage gleich lang bleiben. Manchmal wundert mich das auch.

  6. 7. August 2012 @ 11:00
    Piano:

    @Klaus: Naja, es geht bei mir nicht so sehr um meine Zeitplanung, als die Zeitplanung der anderen. Ich hätte ja Zeit…
    @Michse: Ah, witzig. Ja, schade, dass es sich anscheinend immer noch nicht gebessert hat…
    @Gnu: Ich spreche auch nicht von mir! Es geht um die Mitmenschen. Ich habe Zeit und nehme sie mir auch gerne für andere. Aber die anderen eben nicht. Der Spruch ist gut :-)
    @PhanThomas: Solziale Netzwerke finde ich gar nicht sozial. Ganz im Gegenteil. Eher unsozial. Es ist doch was anderen, wenn ich mich mit jemandem treffe, spazierengehe oder einen Kaffee trinke, oder nur schnell mal auf facebook was hinrotze…

  7. 9. August 2012 @ 08:52
    Stille Mitleserin von früher.....:

    Ja die Welt wird immer wie Oberflächlicher, das merke ich schon seit einiger Zeit, und kämpfe dagegen an…. vergeblich meine Bemühungen, andere zu motivieren…
    Wenn nur ich alleine es praktizieren möchte nutzt es ja nix, es geht ja um den Umgang MITEINANDER…. und der wird leider immer weniger…. was soll man machen wenn da keiner mehr mitmachen will weil keine Zeit? Kannst ja keinem die Pistole auf die Brust setzen sozusagen…. Und… Facebook ist meiner Meinung nach eine der schlimmsten “sozialen Krankheiten” der heutigen Zeit, erschreckend dass Kinder so aufwachsen und Facebook mehr wert ist als mit “echten” Freunden in echt raus zu gehen und zu spielen. Reden miteinander? Was ist das? Kennt man heutzutage doch gar nicht mehr…. oberflächliches chatten, belangloser Mist verzapfen, mobben, einander fertig machen, sowas zählt heute, ist schon ein richtiger Volkssport geworden. Ja das ist heute Inn. Das Gute geht dem Menschen immer mehr verloren. Und man muss aufpassen, dass es einen nicht automatisch mitreisst in diesen Strudel…. ich finde es traurig. Und vorallem frage ich mich was wird aus den jetzigen Generationen die so aufwachsen, die es gar nicht mehr anders kennenlernen, die auch so Oberflächlich aufwachsen, weil ihre oft viel zu jungen Eltern (selbst fast noch Kinder) auch nix anderes mehr tun als Facebooken und ähnliches. Wie sagte letzthin einer? Die Welt geht langsam zu Grunde. Wie wahr wie wahr….. und das in jeglicher Hinsicht…. versuchen wir für den Teil, den wir noch da sind, das Bestmögliche zu tun…. mehr kann man ja nicht tun. Ehrlich gesagt habe ich keine grossartige Hoffnung, dass dies zukünftig besser werden wird…. aber ich versuche da nicht zuviel drüber nachzudenkn, denn es macht nur traurig und ändern kann ich es nicht. Selbst wenn ich für meinen Teil mich bemühe es besser zu machen, was nutzt es wenn keiner mithilft und mitmacht? Gar nix…. ich alleine kann es nicht wieder zum Besseren wiederherstellen…. so komme ich mir oft sehr verloren vor. Grüsse von einer ehemaligen Bloggerin….

  8. 10. August 2012 @ 02:42

    Der Witz ist ja folgender: Wir leben länger und arbeiten weniger und trotzdem hatten die Menschen am Lagerfeuer noch die Zeit, miteinander zu reden.

  9. 11. August 2012 @ 17:57
    Piano:

    @Stille Mitleserin: Schön von dir zu lesen ;-) Wie recht du hast und wie sehr du mir aus der Seele sprichst. Derzeit muss ich aufpassen, daran nicht zu Grunde zu gehen. Es nagt an mir die ganze Zeit. Aber wie du sagst: Man kann die Menschen nicht ändern und daher muss man für sich selbst eine Lösung finden, damit umzugehen. Ich suche noch den richtigen Weg, aber ich denke, eines Tages werde ich ihn finden. Du hoffentlich auch, denn ich habe das Gefühl,dass wir uns da ähnlicher sind, als wir denken. Schön zu wissen, dass man nicht ganz allein ist. Drückerle
    @Intergalatic Ape-Man: Das ist ein netter Spruch. Nicht nur deswegen mache ich heute immer noch gerne Lagerfeuer. Ins Feuer schauen und reden. Oder miteinander schweigen. Schön.

  10. 12. August 2012 @ 15:07

    Das Problem sind falsche Wertvorstellungen und Prioritäten.

Leave a comment

(required)
(required) (will not be published)