Ich zuckte zusammen, als vor meinem Bürofenster im 2. Stock plötzlich ein Mann stand und grinste.
Staunend blickte ich ihn an. Er grinste immer noch und hielt ein paar silbernen Sterne in der Hand, während er so vor meinem Fenster schwebte.
Vorsichtig stand ich auf und kippte das Fenster.
»Öh…kann ich Ihnen helfen?« fragte ich und musterte den Mann genau.
»Nö, eigentlich nicht.« sagte er und lächelte.
»Wer sind Sie?« fragte ich neugierig.
»Ich bin der Weihnachtsmann.« erwiderte der schwebende Herr und grinste immer noch.
Ich sah mir den Mann genauer an. Er trug Turnschuhe, eine abgewetzte Jeans und einen ausgefransten Pullover. Auch hatte er keinen langen, weißen Bart, sondern vielmehr einen halb grauen Dreitagebart.
»Der Weihnachtsmann?« fragte ich unglaubwürdig.
»Jup. Und ich bin hier, um dir die Sterne vom Himmel zu holen.« sagte er und wedelte mit einem der silbernen Sterne vor meiner Nase herum.
Ich bekam leuchtende Augen »Mir die Sterne vom Himmel holen? Das ist aber lieb.« sagte ich schüchtern.
»Gell?« lächelte er.
»Sie sehen eigentlich gar nicht aus wie der Weihnachtsmann« konnte ich mir nicht verkneifen.
»Meinst du?« fragte er. »Doch, bin ich aber. Wirst schon sehen. So, jetzt muss ich aber arbeiten« sagte er und schloss mein Fenster von außen.
Ich stand noch eine Weile am Fenster und beobachtete, wie der kleine Mann irgendetwas vor sich hin wurschtelte. Ich konnte nicht genau erkennen was.
Nach einer Weile klopfte er wieder an das Fenster und sagte:»So, machs gut.«
»Sie gehen?«
»Ja, es wird Zeit« lächelte er uns flog schwungvoll davon.
»Aber….« rief ich noch hinterher. Doch der kleine Mann war bereits im dunklen Blau des Abendhimmels verschwunden.
»Und was ist mit den Sternen, die Sie mir vom Himmel holen wollten…?« murmelte ich etwas enttäuscht vor mich hin.
Als Feierabend war, packte ich meine Sachen und verließ wie gewohnt das Bürogebäude, als ich plötzlich ein merkwürdiges Glitzern bemerkte. Ich war bereits auf der Straße und drehte mich um.
Da sah ich, was der Weihnachtsmann meinte. Es sah wunderschön aus und ich begriff, was er mir sagen wollte. Man muss niemandem die Sterne vom Himmel holen, um demjenigen eine Freude zu machen. Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die viel Freude bereiten.
Verzückt über diese wunderschöne Glitzerpracht und die silbernen Sterne hüpfte ich nach Hause.
