Wenn man anfängt sich unter Gleichaltrigen zu siezen, ist man alt.
Archive for November, 2007
Sie wissen schon…
Nicht real
Und ein sehr schlechtes Gewissen haben, weil man feststellt, beim Spiel »Bremen gegen Real Madrid« so für Bremen die Daumen gedrückt zu haben, wie man es eigentlich nur für die Bayern machen würde.
Advent, Advent…
Bald ist es mit Weihnachten wieder so weit und der Advent steht quasi vor der Tür. Plätzchen habe ich schon gebacken, auch wenn die ein wenig…naja…ähm…»eigen« geworden sind. Auf jeden Fall dachte ich mir, es wäre Zeit für einen Adventskalender. Keinen normalen versteht sich, sondern viel mehr einen Antiwinter-Adventskalender. Denn mich persönlich nervt das nass-kalte Wetter schon wieder. Und da ich meinen lieben Lesern leider keine selbstgemachten Plätzchen in den virtuellen Adventskalender packen kann, gibt es eben selbst gemachte Fotos. Ab Samstag könnt ihr hier jeden Tag ein Türchen öffnen.
i(do not)phone
Schade, dass ich mich nicht mehr an meine Trotzphase erinnere, als ich so zwischen zwei und vier Jahre alt war. Die Sache mit dem Osterhasen wird mir nämlich heute noch erzählt und ich ärgere mich, dass dieses Ereignis gänzlich aus meinem Gedächtnis verschwunden ist.
Da hatte ich also diesen Schokohasen und meine Mutter hat mir nicht erlaubt ihn gleich zu essen, weil ich schon bis oben hin vollgestopft war mit Süßigkeiten. Eigentlich wollten wir in den Zoo gehen, aber ich wollte davor noch meinen Osterhasen essen. Meine Mutter ermahnte mich und sagte: » Nein, Pia. Der wird jetzt nicht gegessen. Den kannst du morgen essen. Für heute ist es genug mit Süßigkeiten.« Als mir die Diskussion zu blöd wurde, habe ich offensichtlich den Hasen gepackt und einfach ein Ohr abgebissen. Meine Mutter sagte wieder »Nein, Pia. Jetzt ist Schluss.« Aus Wut über die Schimpfe meiner Mutter habe ich den Hasen mit voller Wucht auf den Boden geschmissen und er zersprang in tausend Stücke. »So, das sammelst du jetzt auf. Vorher gehen wir nicht in den Zoo.« sagte sie und ich fing an zu schreien und zu toben. Nach geschlagenen zwei Stunden bequemte ich mich dann wohl doch, die Schokoschnipsel aufzuräumen. Für den Zoo war es längst zu spät.
Auch wenn meine Strategie nicht ganz aufgegangen war, würde ich mich doch gerne daran erinnern. Dann könnte ich sie vielleicht besser austüfteln und optimieren, da ich jetzt gerade so eine Taktik bräuchte. Naja, dann muss ich doch mit einem Typen der deutschen Telekom schlafen weiter sparen, um an das neue iphone zu kommen. Abgesehen davon glaube ich, dass es meine Mutter heute auch ziemlich kalt lassen würde, wenn ich einen Schokohasen auf den Boden schleudere und mich vor ihr heulend und schreiend auf dem Boden wälze.
Doofes Dornröschen
Die Geschichte von Dornröschen habe ich noch nie verstanden. Ok, sie piekt sich in den Finger und fällt dann in einen hundertjährigen Schlaf. Das kann ja mal passieren. Aber die Sache mit dem Aufwachen und dem Prinzen finde ich dann doch etwas seltsam. Ich meine, hundert Jahre hat sie geschlafen. Ok, sie altert nicht, aber was zum Geier ist mit ihren Haaren? Die müssten doch total lang sein. Vor allem denke ich dabei an die Haare an den Beinen (Intimbereich wird aus »Jugendschutzgründen« außer Acht gelassen.) Was wäre gewesen, wenn der Prinz vorbei gekommen wäre, sich über sie beugt, zärtlich über ihre Beine streicht und feststellen muss, dass da unten ein Urwald entstanden ist. Der macht doch auf dem Absatz kehrt. Wenn ich Dornröschen wäre, nach hundert Jahren aufwachen würde, an mir herunter schauen würde und diese affenartig behaarten Beine sehen würde, würde ich vermutlich gleich wieder ins Koma fallen vor Schock.
Die Geschichte von Rapunzel hingegen ist viel realistischer. Während sie lange Zeit im Turm eingesperrt ist, wachsen ihre Haare. Die sind so unfassbar lang….so hätte es bei Dornröschen auch sein müssen. Obwohl…von den langen Haaren an den Beinen wird auch dort nichts erwähnt. Dabei hätte es heißen müssen: »Rapunzel, lass die Haare deiner unrasierten Beine herunter«
Doofe Geschichten.
Früh übt sich
Ich komme ja langsam in das Alter, in dem man sich Gedanken über Nachwuchs macht. Also eigentlich nicht über den Nachwuchs an sich, aber ich frage mich immer, wie das mal so wäre mit Kindern. Dann habe ich deutlich weniger Zeit fürs Zocken und das passt mir gar nicht. Aber ich fände es toll, wenn ich mal mit meinen Kindern zocken könnte. Allerdings müssen die dann einiges aufholen, um es mit mir aufnehmen zu können. Deshalb habe ich mir überlegt, ein Spiel zu entwickeln, wo die Sprösslinge gleich üben können. Jetzt brauche ich nur noch einen Entwickler und einen Publisher. Aber das dürfe kein Problem sein.
Kurz gekürzt
In der Vorlesung vor einiger Zeit habe ich wie immer auf unzähligen Seiten fleißig mit geschrieben. Zuhause habe ich dann die langweiligen Passagen gelöscht und nur das Wichtigste zusammengeschrieben. Aber jetzt sind nur noch 6 Wörter übrig. Naja, vielleicht lässt sich aus „Omnipräsenz, kontrafaktisches Modell, Wertschöpfungskette und Mediendienste-Staatsvertrag“ auch eine 20-Seiten lange Hausarbeit basteln.
End-Sorgen
Es ist einfach wahr, dass man sich nach dem ordnungsgemäßen Entsorgen von rund 350 VHS-Kassetten besser fühlt und man eine Sorge weniger hat. Mal sehen, was ich als nächstes entsorge…
Überholverbot
Das Fahren auf der Autobahn finde ich im Winter besonders spannend. Gestern zum Beispiel wäre es mal fast wieder soweit gewesen. Ich fahre ganz artig auf der rechten Spur. Gut 300 Meter vor mir, ebenfalls auf der rechten Spur, fährt ein 40-Tonner. Nach einiger Zeit bemerke ich, dass er scheinbar versucht zu überholen. Ich fange schon an mich auf zu regen, weil an dieser zweispurigen Stelle für LKWs Überholverbot ist. So nach einigen Sekunden, die mir ewig lang vorkamen, frage ich mich, warum er nicht endlich überholt, oder was zum Geier er da eigentlich vor hat. Dann erst bemerke ich, dass tatsächlich etwas versucht zu überholen. Doof nur, dass nicht der LKW an sich versuchte ein anderes Fahrzeug zu überholen, sondern dass das Heck des LKWs das eigene Fahrerhäuschen versuchte zu überholen. Der monster-große Anhänger schlingerte und der LKW rutschte schräg über beide Spuren gut 300 Meter auf der Autobahn entlang. Das Auto neben dem LKW sah vermutlich im Rückspiegel den sich verselbstständigenden Anhänger und gab ordentlich Gas, um nicht erwischt zu werden.
Ich stieg auf die Bremse und machte Warnblinker an, genau wie die zum Glück aufmerksamen Autofahrer hinter mir. Der LKW fing sich wieder, eigentlich wie ein Wunder. Er berührte niemanden, nicht mal die Leitplanke. Warum er ins Schlingern kam war mir auch klar. Das fiese ist nämlich, dass tagsüber der Schnee etwas schmilzt und das Wasser auf die Autobahn läuft. Wenn es dann kälter wird, friert das Zeug und urplötzlich sind auf der Straße, die größtenteils trocken ist, nette, kurze Eisflächen. Mal sehen, was mich diesen Winter noch alles auf der A8 erwartet. Hoffentlich geht alles so gut aus, wie die Sache gestern.
Tele, komm schon!
Eigentlich finde ich Störungen bei der deutschen Telekom immer doof. Pausenlos funktioniert irgendwas nicht und man bekommt immer zu hören: »Jo mai, da is heit a Knoten kaputt ganga. Des wird scho wieder.« Aber diese eine Störung von neulich, die fand ich witzig. Die Nachwehen eines kaputten Transistor oder was auch immer waren daran schuld, dass im Großraum München Chaos herrschte. Das äußerte sich auf eine recht komische Art wie ich finde. Durch das kaputte Dingenskirchending kam man nämlich trotz der richtig gewählten Nummer nicht da raus, wo mal hin wollte. Ich rufe also bei einer Freundin an und lande bei irgendeinem Pfarrer in Germering. Der wollte mich gleich bekehren. Ich habe ihm in einem sehr netten Gespräch versucht klar zu machen, dass schwarze Schafe schwarz bleiben, auch wenn man sie schert. Verstanden hat er das glaub ich nicht.
Mittlerweile ist der Dingenskirchenschaden wohl komplett behoben und ich bin etwas traurig deswegen. Ich fand es urkomisch. Vielleicht wähle ich einfach hin und wieder irgendeine Nummer, um mich mit wildfremden Menschen nett zu unterhalten.
