Vielleicht ist es an der Zeit mal den Grund zu erläutern, weswegen es die Band »The Jokers« nicht mehr gibt. Habe nämlich gehört, dass unser ehemaliger Bandleader (auch als der Führer bekannt) rumerzählt, dass es die Band sehr wohl noch gibt, nur in einer anderen Besetzung und ich offensichtlich ein Problem damit habe. Das habe ich ganz und gar nicht. Warum auch? Ich bin ja freiwillig gegangen.
Aber wenn mittlerweile vier von sechs Musikern nicht mehr dem Ursprung entsprechen denke ich, dass man durchaus sagen kann, dass es die Band nicht mehr gibt. Vor allem wenn eigentlich alle wegen diesem „Bandleader“ gegangen sind. Wenn einer ausgetauscht wird ok. Aber fast die ganze Band? Dazu kommt, dass die „neue Besetzung“ nicht mal den alten Instrumenten entspricht. Und einen zweiten Gitarristen einstellen, weil der eine null Talent hat und einfach nur grauenvoll Gitarre spielt, ist ja wohl auch eine Verarsche. So zahlt der Kunde fleißig für eine überflüssige Person auf der Bühne mit: den wohl schlechtesten Gitarristen überhaupt. Dieser wird natürlich nicht entsorgt, da es sich um den vermei(n)dlichen Bruder des Führers handelt.
Wenn irgendwann in den sechziger Jahren jemand auf ein Konzert von den Beatles gegangen ist und von vier Beatles wären plötzlich drei ausgetauscht worden, wären es dann noch die Beatles gewesen? Ich gehe auf ein Konzert um genau DIE Musiker zu sehen und nicht Hinz und Kunz, die die Songs der Beatles einfach nachspielen. Bei einer Cover-Band ist das nicht anders. Nachspielen kann jeder was, aber die Leute kamen um »The Jokers« zu sehen und nicht eine komplett neue Besetzung. Vermutlich versteckt sich hinter dem dummen Rumgelaber des Führers eine ganz fiese Profilneurose. Wer es schon nötig hat eine acht Seiten lange Bandverfassung nach seinen Vorstellungen in altdeutscher Hitlerschrift aufzusetzen und wer sogar von seinem eigenen Bruder als A. Hitler bezeichnet wird, bei dem stimmt was hinten und vorne nicht. Ich unterstelle dem Führer keineswegs rechtsradikales Verhalten oder Ansichten. Aber man kann durchaus sagen, dass er sich innerhalb des Bandgefüges wie ein Diktator benommen hat.
Er hat die anderen Bandmitglieder zu seinen Untertanen gemacht, immer wieder Streit gesucht, rumgebrüllt, sich bei Auftritten absolut daneben benommen und Dinge alleine entschieden, die einfach nicht in seiner alleinigen Entscheidungsmacht lagen. Ja, er behandelt die anderen Bandmitglieder wie Scheisse. Man kommt sich übergangen vor, nicht ernst genommen und wenn man „Nein“ zu etwas sagt, wird man angebrüllt. Dabei kommt einem der Führer so nah, dass man sich danach die Spucke aus dem Gesicht wischen darf und falls man nicht zufällig seine Lärmstop-Stöpsel im Ohr hat, ein Klingeln danach hört.
Auszüge der Hitler Bandverfassung:
Die übrigen Bandmitglieder haben dem Bandkalenderführer innerhalb von 24 Stunden ab Bekanntgabe des Gigtermins über plötzliche, unvermeidbare Ereignisse (Krankheit ete. s.o. Bescheid zu geben oder ihre Zusage zu bekunden. Nach Ablauf jener Frist trägt der Bandkalenderführer, falls unbeanstandet, den Gig in den Kalender ein. Hierauf ist eine Blockierung für den festgelegten Termin „nicht mehr möglich”.
Anmerkung von mir: LOL!
Der Blockierungszeitraum „besonders wichtiger” Arbeiten erstreckt sich je nach Bedürftigkeit auf die gesamten zwei Tage, welche der Arbeitsabgabe vorausgehen, bis zum Zeitpunkt der Arbeitsabgabe am Abgabetag. Ansonsten werden Arbeiten wie Prüfungen behandelt.
…Jener hat nach Eingang eines Gigangebotes unverzüglich die restlichen Bandmitglieder zu unterrichten. Dieser Vorgang dient lediglich der Information der Bandmitglieder.
Ersatzmusiker für Sänger gibt es nicht. Eine anderweitige Regelung kann jedoch von den Bandmitgliedern vereinbart werden.
Anmerkung von mir: Klar, denn der tolle „Bandleader“ (Sänger) ist natürlich unersetzbar. MEGA-LOL!
Wöchentlich findet eine abendliche Bandprobe statt.
Ein Fernbleiben ist nach Absprache nur in Einzelfällen möglich.
Anmerkung von mir: HYPER-LOL
7. Abschnitt: Schlussbestimmung + Ratifizierung
Hiermit erkenne ich, Bandmitglied von „The Jokers”, die obig uns selbstgegebene Verfassung in all ihren Punkten als gültig an.
Nach dieser Verfassung werde ich mein Verhalten im Bezug auf die Band ausrichten. Mir ist klar, dass die Befolgung der einzelnen Verfassungspunkte für ein harmonisches Zusammenwirken von „The Jokers” maßgebend ist und in Bezug auf die Funktionalität der Band unersetzlich ist.
Ich weiß, dass ein eklatanter Verstoß gegen die Verfassung, besonders in den Bereichen .,Terminplanung und -festsetzung” und „Ersatz”, zu schwerwiegenden Folgen für mich bzgl. der Band führen kann.
Bei dauerhaften und schwerwiegenden Verfassungsbrüchen sind der Band weitere Maßnahmen vorbehalten. Eine Verfassungsänderung ist in ihren Grundzügen nicht möglich.
Anmerkung von mir: Wie schön, dass auch alle Bandmitglieder die Möglichkeit hatten, an der „Verfassung“ mitzuschreiben und sie ihnen nicht einfach vor die Nase gelegt wurde. Atomroflmau!!!
Ja so sind sie eben, die Führer. Extrem teamfähig…