Ich liebe Autobahnen. So zum „auf drum herum fahren“ meine ich. Es gibt doch nichts entspannenderes, als gute Musik einzuschmeißen und einfach stundenlang wie ein Fisch im Wasser mit dem Strom zu fahren. Deshalb fahre ich auch jede Woche 200km Autobahn. Natürlich nicht nur deshalb, aber schon auch darum.
Letztes Jahr wurde mir bewusst, und das auch erst im Nachhinein, wie ungemütlich eine solche Autobahn werden kann, auch wenn man ihr gar nichts getan hat. Ich fuhr mal wieder gechillt den Irschenberg herunter, ganz brav mit 100km, als ich plötzlich viele schwarze Dinger herumfliegen sah. Zuerst dachte ich: „Ui! Da schmeißt jemand mit Lakritze um sich!“, aber als es keine Sekunde später einen lauten Knall gab, und meine Japsenschleuder ins Schlingern geriet, war mir klar, dass es sich wohl nicht um Lakritze handelte. Ich fuhr rechts auf den Pannenstreifen und stellte fest, dass mein rechter hinterer Reifen zerfetzt war. „Irgendwie blöd.“ dachte ich so bei mir. Da kam ein Mann auf mich zu (LKW-Fahrer), der fragte was los sei. Ich erzählte ihm, was passiert war (natürlich nicht die Lakritz-Variante) und er sagte: „Einer meiner tausend Reifen hat auch nen Platten.“ Da kam noch ein Mann zu uns. Auch LKW-Fahrer und meinte: „Hey, irgendwas hat mir die Windschutzscheibe zersplittert“ „Ok,“ dachte ich „eindeutig keine Lakritze. Verdammt…“ Ich sah mich um und sah noch eins der schwarzen Dinger auf der Autobahn liegen. Es rauchte. „Wow! Ein außerirdisches Artefakt!“ fing mein Hirn an zu schreien. Aber ne. Als die Polizei kam und total genervt war, warum ich denn genau in der Flugbahn des fliegenden Objekts gefahren sei, (klar, ich hätte aber auch mal ausweichen können) stellte sich heraus, dass dem LKW vor mir, eine 200kg Bremstrommel geplatzt war und die bis zu 40kg schweren Teile durch die Luft geschleudert worden waren.
So im Nachhinein habe ich beschlossen an Schutzengel zu glauben. Na gut, in außerirdischer Form, aber das ist ja egal so lange sie schützen. Der LKW mit der Bremstrommel (ein 40Tonner) hätte ja auch ins schleudern geraten können und umfallen können. Das Teil, dass mir den Reifen zerfetzte, hätte ja auch in meine Windschutzscheibe fliegen können und mich köpfen können (irgendwie blöder Tot) und der letzte LKW hatte Glück, dass ihm das Teil erst an die Motorhaube und dann in die Windschutzscheibe geknallt ist. Sonst, gleiches Schicksal wie bei möglicherweise mir. So, jetzt muss ich aber los. Die Autobahn wartet.
Archive for März, 2006
Mein Freund die Autobahn
Kuchen – aber bitte mit Sahne!
Man nehme: einen Geburtstag, wehrlose Person, Balsen Schokokuchen, Sprühdose mit Sahne. Wehrlose Person in Position bringen, Kuchen in den Rachen pressen, bis dieser so voll ist, dass wehrlose Person kaum noch Luft bekommt, da Oberlippe Nasenlöcher verschließt. Anschließend die Sahne gut schütteln und wehrlose Person ins Gesicht sprühen. Nun noch wehrlose Person dazu zwingen ein Geburtstagslied zu singen. Fertig!
PS: Es handelt sich hierbei tatsächlich um Sahne und nicht um die Folgen eines slowakischen Gang-Bangs wie meine Kollegen P. und F., bedingt durch ihre leicht schweinischen Gedankengänge, vermuteten.


4 Tage
4 Tage mit der Band im Studio. 4 Tage in Chatice, ein kleines Dorf irgendwo in der Slowakei.
4 Tage im Hotel „Perla“. Bei Weitem keine Perle, eher ein Loch.
Morgens Frühstück. Knoblauchwurst ohne alles. Ab ins Studio. Am ersten Tag innerhalb von 2 Stunden Pia-no eingespielt. Und dann? Sitzen. Immer im selben Raum, immer mit den selben Leuten. 4 Tage lang X-Box spielen, die alle 10 Minuten abkackt. 4 Tage immer das selbe Spiel: Mashed – Fully Loaded. Der große Korb mit Süßigkeiten, aus Langeweile ausgerechnet, dass sich in diesem rund 30 000 Kalorien befinden, ist neben Mashed alles, was die Laune und den Gaumen versüßt. Ab und zu ein „Oooh“ oder „Ahhhh“ einsingen. Wieder im Raum. Mit X-Box und Süßigkeiten. Abends wieder in der Perle. Müde vom Nichts-tun. Ins Bett und nicht schlafen können, weil fremdes Pärchen nebenan sich lauthals die Seele aus dem Leib vögelt.
Morgens festellen, dass Auto vom Bandkollegen aufgebrochen wurde. Scheibe eingeschlagen, Sachen rausgeklaut. Polizei gerufen. Die kann erst später kommen, weil sie noch Mordfall aufklären muss. Klar, was sonst…
Heute Morgen, 4Uhr 54. Wieder daheim. Unter Menschen, die reden. Unter Essen, dass weniger als 400 Kalorien pro Happen hat.
4 Tage die ganz schnell in die hinterste Schublade des Gehirns verfrachtet werden wollen.
Einfaches Raetselraten
Ein Raum ohne Fenster, aber mit einer Tuere. In dem Raum haengen drei Gluehbirnen. Ausserhalb des Raumes befinden sich drei Schalter. Jeder Schalter bringt eine Gluehbirne zum leuchten. Die Tuere des Raums ist geschlossen, man kann also nicht in ihn hereinschauen, waehrend man die Schalter betaetigt. Die Schalter darf man so oft betaetigen wie man will, den Raum darf man aber nur einmal betreten.
Welcher Schalter bringt welche Gluehbirne zum leuchten?
Kleines Gedicht fuer zwischendurch
Wenn ich deinen Hals beruehre,
deinen Mund an meinen fuehre,
oh wie sehn ich mich nach dir,
heissgeliebtes Flaschenbier.
Doch Alkohol du boeser Geist,
auch wenn du mich zu Boden reisst,
ich stehe auf – du boxt mich nieder,
ich kotz dich aus und trink dich wieder.
Hugo
Da sitze ich nun. Im Büro allein und eigentlich ohne Rechner. Eigentlich deshalb, weil ich mich heimlich an den Rechner von M. geschlichen habe. Und eigentlich auch, weil der liebe Praktikanten-Rechner seinen Geist gestern Morgen um 10Uhr 02 aufgegeben hat. Vielleicht habe ich ihn einfach zu oft „Ilse“ genannt. Vielleicht haben ihn aber auch die vielen unschönen Spiele genervt, mit denen er und ich uns auseinandersetzen mussten. Ich hätte es eigentlich auch kommen sehen müssen. Gestern, wie er gewürgt hat als ich ihm ein neues Spiel, das mir C. zum testen gegeben hat, in seinen Schlund geschoben habe. Er würgte so erbärmlich und spucke es zweimal wieder aus. D. war so nett und rief den Notarzt. Dieser nahm ihn mit und dann die traurige Nachricht: Es sieht schlecht aus.
Die nächsten Tage werde ich bangen. Um ihn, Hugo, den Praktikanten-Rechner.
Eigentlich heißt er gar nicht Hugo und mir ist ziemlich schnuppe was mit ihm passiert, aber das verlieh der ganzen Geschichte für einen Moment ein bisschen mehr Drama.
Eine Weisheit der Dakota-Indianer
“Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.”
Ja, ja, von wegen….Anbei ein paar „Typisch-Dummer-Mensch-Strategien“, nach denen diese Wesen in einer solchen Situation handeln würden:
Sie besorgen eine stärkere Peitsche
Sie wechseln die Reiter
Sie sagen: “So haben wir das Pferd doch immer geritten.”
Sie gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
Sie besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
Sie erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
Sie bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben
Sie schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
Sie stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
Sie ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
Sie kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
Sie schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
Sie erklären: “Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.”
Sie machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
Sie machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.
Sie kaufen etwas, dass das tote Pferde schneller laufen lässt
Sie erklären, dass das Pferd “besser, schneller und billiger” tot ist.
Sie bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
Sie überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
Sie richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
Amen
Anal Profundo
Zockerweibchen K. und ich schleichen durch den Dschungel. Immer auf der Hut nicht gleich mit dem Gesicht im Schlamm zu enden und immer auf der Pirsch, falls uns VC vor die Linse kommt. Von den Jungs K. und B. haben wir schon eine ganze Weile nichts mehr gehört. Ob sie VC schon gesichtet haben? K. und ich schleichen weiter. Durch Sumpf und Gestrüpp. Plötzlich….ein Schuss! Wir wirbeln herum, suchend nach der Richtung aus der der Schuss kam. Da! Wieder ein Schuss! Wir stürmen nach Osten, „voller Angst“, dass den Jungs was passiert sein könnte. Was zum Teufel….
Jungs, der Name Fist A. steht mit Sicherheit nicht für das, was ihr da treibt.
Missverständnisse Teil III: Gebäck im Koffer
Flughafen Schwechat, Wien. Check-In Schalter der Austrian Airlines. Die Dame in Rot am Schalter stellt sich extrem blöd an und schafft es nicht uns zwei Sitzplätze nebeneinander zu geben. Nach 15 Minuten des Wartens:
Sie im Ö-Slang: Gut. Haben Sie Gebäck dabei?
Ich: Nein. Nur Wurst und Käse.
Ok, zugegeben, es war weniger ein Missverständnis, als viel mehr eine Einladung von ihr an mich, ihr einen sanften, verbalen Tritt in den Allerwertesten zu geben. Bedingt durch den angeborenen Umstand ihres Dialektes, war mir klar, dass sie „Gepäck“ und nicht „Gebäck“ meinte, was mich aber just in diesem Moment herzlich wenig juckte. Selber schuld.
Missverständnisse Teil II: Ofen ist nicht gleich Ofen
Freitag im Krematorium. Trauerfeier in der Slowakei, weil ein sehr lieber Mensch gestorben ist. Sitze also im Krematorium und warte. Da kommt so eine slowakische Kuh auf mich zu gewatschelt. Schwarze Lederstiefel bis über die Knie, einen Minirock, ein enges Top an und mehr Make-up im Gesicht als Gesicht. Genau richtig für eine Trauerfeier eben.
Sie kommt also auf mich zu, stellt sich vor und spricht mir ihr Beileid aus. Da ich ein höflicher Mensch bin, stehe ich auf, sage Danke und setze mich wieder. Die Kuh watschelt wenig später wieder von dannen und verschwindet in der Menge.
Er, neben mir auf der Bank sitzend: Das ist der heißeste Ofen von ganz Bratislava.
Ich: Aha. Hm…sind die Öfen in solchen Krematorien nicht alle gleich heiß?
Stille.
Großhirn an Kleinhirn: Streng dich das nächste Mal verdammt noch mal mehr an.